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Totale Mondfinsternis am 4. Mai 2004 Bereits ein halbes Jahr nach
der letzten totalen Mondfinsternis können wir in Deutschland am Sonntag
04. Mai 2004 wieder ein derartiges Himmelsereignis sehen, und zwar günstig
in den Abendstunden (Mitte 22:31 MESZ, Dauer der Totalität 76 Minuten).
Komet NEAT (C/2001 Q4) ab Mai 2004 Bereits im Dezember 2001 wurde Komet C/2001 Q4 vom automatischen NEAT-Teleskop entdeckt, in einer Entfernung von über 9 astronomischen Einheiten von der Sonne und bei einer Helligkeit von ca. 18 mag. Bis Herbst 2002 bleibt der Komet jenseits von 16 mag, taucht dann allerdings in südliche Deklinationen ab, um für uns erst ab dem 3. Mai 2004 über den Horizont zu kommen. Mit der "klassischen" Helligkeitsformel (n=4) sollte er dann bereits +1 mag hell sein, bis Ende Mai 2004 auf +3 mag und bis Ende Juni auf 6 mag abfallen. Je nach Helligkeit (und Wetter natürlich) ist er zwischen 3. und 6. Mai das erst Mal zu sehen. Ab 26. Mai ist er in Würzburg zirkumpolar, und bis weit in den Herbst steht er bei Dämmerungsende noch über 37° über dem Horizont (ab 17. Mai!). Interessant ist der Vorübergang in 2° Abstand an der Krippe (M44) am Abend des 15. Mai. Bahnelemente
(MPEC 2002-R45vom
11.09.2002)
Ephemeride: Untergangszeit MESZ / h12 = Höhe, wenn Sonne 12° unter dem Horizont (abends)
Venusdurchgang am 8. Juni 2004 Eher
noch als eine sehenswerte Konjunktion zwischen Venus und Jupiter beglückt
uns Venus mit einem der eher selteneren Himmelsereignisse: einem Venusdurchgang,
d.h. dem Vorübergang der Venus vor der Sonnenscheibe während
der unteren Konjunktion. Da Venus in diesem Fall nur 43,2 Millionen km
von der Erde entfernt ist, liegt ihr Durchmesser bei 1' (genauer 57,8"),
so daß sie vor der 31,5' großen Sonne wie ein gut 42500 km
großer Sonnenfleck erscheint. Sie sollte also auch gerade noch durch
eine Sonnenfinsternisbrille ohne sonstige optische Hilfsmittel erkennbar
sein.
Die
Venusbahn ist 3,4° gegen die Ekliptik geneigt, so daß die Venus
in unterer Konjunktion (Minimalabstand 40 Millionen km) 8,9° von der
Ekliptik entfernt stehen kann, in oberer Konjunktion (ca. in 258 Millionen
km) dagegen nur 1,4°. Somit ist eine Bedeckung der Venus durch die
Sonne während der oberen Konjunktion wie am 11. Juni 2000 relativ
häufig, während der umgekehrte Fall - also ein Venusdurchgang
- eine sehr seltene Ausnahme ist. So treten die Venusdurchgänge, bedingt
durch die Lage der Konten der Venusbahn, derzeit in einem Zyklus von 243
Jahren jeweils nach 8, 121.5, 8 und 105.5 Jahren auf, wobei das eine Paar
Anfang Juni, das andere Anfang Dezember liegt. Die letzten Venusdurchgänge
waren Ende des 19. Jahrhunderts, nämlich am 9. Dezember 1874 und am
6. Dezember 1882. Zuvor war es Kepler, der aufgrund seiner verbesserten
Planetentafeln den Durchgang vom 6. Dezember 1631 vorhersagte, der jedoch
für Europa erst nach Sonnenuntergang eintrat und damit nicht beobachtet
werden konnte. Seine Tafeln waren noch nicht genau genug, den nahe dem
Sonnenrand stattfindenden Vorübergang vom 4. Dezember 1639 zuverlässig
anzuzeigen, so daß er den nächsten erst für 1761 ankündigte.
Dennoch wurde die Sonne am 4. Dezember 1639 beobachtet und die Venus kurz
vor Sonnenuntergang vor der Sonnenscheibe gesehen. Halley war es, der die
Möglichkeit aufzeigte, anhand der bei Venusdurchgängen zu erwartenden
Parallaxe die Entfernung der Venus und damit die Größenverhältnisse
des Sonnensystems zu bestimmen, was jedoch erst bei den nächsten beiden
Durchgängen vom 6. Juni 1761 und 3. Juni 1769 praktisch durchgeführt
werden konnte. Allerdings wurde die zu erreichende Genauigkeit weit überschätzt.
Gemessen wurde die unterschiedliche Dauer der Vorübergänge an
verschiedenen Orten, die jedoch um nicht mehr als 20 oder 25 Minuten differiert.
Statt auf 1 Sekunde wie erhofft, lassen sich die Zeitpunkte jedoch allenfalls
auf 1 Minute genau angeben. So ergaben sich für die Sonnenparallaxe
Werte zwischen 8,5" und 10,5" (heutiger Wert: 8,794").
(4179) Toutatis in Erdnähe am 29. September 2004 Der etwa kilometergroße Erdbahnkreuzer-Asteroid (4179) Toutatis hat seine nächste dichte Annäherung an die Erde im Herbst 2004. Anfang August 2004 steht er mit noch 15 mag im Wassermann auf -13° Deklination und ist bereits rückläufig auf seiner Oppositionsschleife. Bei der Opposition am 21. August steht er noch 0,28 AU entfernt und hat bereits 13.0 mag. Er nähert sich langsam und gleichmäßig weiter der Erde, so daß er am 12. September noch genau 0,100 AU entfernt ist (bei 11,6 mag). Allerdings kommt er immer schneller in südliche Deklinationen. Am 25. September erreicht er abends bereits -32° und ist 9,3 mag hell, und am darauffolgenden Tag kommt er in Würzburg nur noch 2° über den Horizont. Mit 8,7 mag erreicht er seine größte Helligkeit in der Nacht vom 27. auf 28. September, ist da bei uns aber nicht mehr zu sehen, genausowenig wie bei der größten Annäherung von 0,0107 AU am 29. September. Wegen der Sichelphase ist dann seine Helligkeit aber bereits auf fast 11 mag abgefallen. Beobachter der südlichen Hemisphäre können den Helligkeitsabfall während dieser Nacht auch mitverfolgen: er beträgt nahezu zwei Größenklassen! Ab dem 1. Oktober ist Toutatis theoretisch auch bei uns wieder sichtbar, jedoch bei nur noch 30° Elongation von der Sonne und konstanten 15,3 mag allerdings nicht mehr erfolgversprechend! Bahnelemente
(NEOIbo)
Ephemeride:
Konjunktion Venus - Jupiter am 5. November 2004 - und weitere Da die Venus als innerer Planet scheinbar mit der Sonne einmal jährlich durch den Tierkreis läuft, kommt sie infolge ihrer zusätzlichen Rückläufigkeiten ("Schleifen") mindestens einmal an jedem Planeten vorbei. Somit steht in so gut wie jedem Jahr eine Konjunktion der Venus mit Mars, Jupiter und Saturn auf dem Programm. Auf
absehbare Zeit wird es keine
so enge Begegnung der beiden hellsten Planeten Venus und Jupiter mehr geben
wie am Mittag des 17. Mai 2000 mit etwa 40". Selbst 2016 bleiben die Planeten
mit 216" fünfmal weiter auseinander, und zudem tritt der engste Abstand
erst dreieinhalb Stunden nach Untergang der Planeten ein. Jedoch ergeben
sich bei einigen Konjunktionen zusätzliche Besonderheiten, die sie
interessant machen:
Venusdurchgang am 6. Juni 2012 Nicht
ganz so optimal wie 2004 verläuft der nächste Venusdurchgang
am 6. Juni 2012 für Beobachter in Europa, er beginnt nämlich
schon kurz nach Mitternacht. Da die Gesamtdauer jedoch fast sieben Stunden
beträgt, geht die Sonne noch rechtzeitig vor Ende des Durchgangs auf,
so daß wir noch genügend Gelegenheit bekommen, Venus vor der
Sonnenscheibe zu sehen. Beim 3. Kontakt steht die Sonne bereits 11°
über dem Horizont.
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